Kapitel 4: Der Schnellere Erfriert
Montag, 09. August 2010
02:39
Anm: Am diesem Kapitel tritt das Chaos-System in Kraft. Was bedeutet das?
Die Geschichte ist
zwar in Kapitel eingeteilt, jedoch kann das nächste Kapitel plötzlich in einem
völlig anderen Part spielen. Diese Codes (ANG01 usw.) stehen für einen
Part.
Das ist allerdings in dieser Geschichte völlig irrelevant - lest
einfach weiter.
ANG04 - DER SCHNELLERE ERFRIERT [überarbeitete Version 1.1]
Als Emil und Feli wieder etwas bei Kräften waren und das Feuer langsam schwächer wurde machten sie sich fertig zum Aufbruch. Sie zogen sich wärmeres Gewand an und Emil ging ein paar Meter auf die Klippe zu. Er zog seine Karte hervor und schaute sich um. Glücklicherweise schneite es gerade nicht und er hatte eine halbwegs klare Sicht auf die umgebenden Berge.
"Hast du etwa schon den Weg bestimmt?", fragte Feli und zog eine ihrer magischen Karten aus der Tasche. Sie faltete das Pergament auf und berührte es mit 2 Fingern. Sofort erschienen auf der Karte die Umrisse der nahen Umgebung. Eine Bergspitze war darauf zu sehen.
"Nicht so wirklich, jedenfalls müssen wir einmal von diesem Berg runter. Wetten, ich…"
"Keine Chance. Ich bin zuerst unten.", rief Feli sofort.
Emil schlug seine Flügel aus und sprang ab. Pfeilschnell sauste er durch die Luft. Nie und nimmer würde er sich hier von Feli besiegen lassen. Immer tiefer hinab flog er. Einfach immer den Berg hinunter. Als er unter sich eine große Klippe sah nutzte er die Gelegenheit um zu laden und sich einmal etwas umzusehen. Er war schon ein gutes Stück den Berg hinunter - der Gipfel war jedenfalls nicht mehr zu sehen. Genauso wenig war eine Spur von Feli auszumachen. Er hatte sie wohl längst abgehängt. Zufrieden flog er weiter. Als nach einiger Zeit das Land langsam abflachte und sich in ein großes Schneefeld verwandelte hielt er wieder an und zog seine Karte hervor. Er befand sich doch nun am Fuße des Berges, oder?
Feli ließ Emil nicht so einfach abhauen. Sie begutachtete den Abhang - ziemlich glatt und anscheinend frei von Hindernissen. Kurzerhand brach sie einen großen Ast eines nahegelegenen Tannenbaumes ab und legte ihn auf den Schnee. "Das könnte klappen.", sagte sie grinsend zu sich selbst und schwang sich mit ein paar Schritten Anlauf darauf. Der Ast setzte sich in Bewegung und rutschte den eisigen Abhang hinunter. Auf diese Art würde sie Emil in Nullkommanichts einholen.
Ihre Fahrt ging immer schneller und ein paar mal hatte sie Probleme damit abgeworfen zu werden, doch nach kurzer Zeit hatte sie den Dreh raus. Ja - es machte ihr sogar ziemlich Spaß.
Dann tauchte plötzlich vor ihr eine Höhle auf. Ihr Gefährt steuerte genau hinein. Im Inneren musste sie ein paar Eisstalagmiten ausweichen die ihre weiterfahrt verhindern wollten und wurde einmal um Haaresbreite getroffen. Sie kurvte durch die eisenen Säulen in dem sie sich auf die linke oder rechte Seite lehnte. Die Höhle schien nach beide Seiten hin recht groß doch ihre Höhlenerkundung dauerte nicht lange denn schon konnte sie wieder das Tageslicht erblicken.
Hier tauchte jedoch schon das nächste Hindernis auf: Ein Baum wuchs mitten auf der Fahrbahn. Die lenkte das Gefährt nach rechts nur um erneut auf 2 Bäume entgegen zu steuern. Sie schaffte es mit 2 scharfen Linkskurven einigen auszuweichen doch der nächste Baum kam zu unvorhergesehen. Der Ast drehte sich zu stark um entgegenzulenken und sie prallte gegen den Baum und landete im Tiefschnee.
Schnell rappelte sie sich wieder auf und befreite sich von dem Schnee. Wo war sie überhaupt? Ist das etwa ein Wald? Jedenfalls war sie von dem Berg herunter, so viel stand fest. Ihre magische Karte zeigte an dass sie in südlicher Richtung den Berg hinunter war. War dies der richtige Weg? Sie konnte jedenfalls nirgends einen gefrorenen See entdecken. Ihre magische Karte half hier rein gar nichts.
Sie seufzte. Emil
hatte eine Karte gehabt, oder? Doch wo war er hin?
Sie meinte sich zu
erinnern er sei weiter östlich den Berg hinab geflogen doch sie war sich nicht
sicher. Es half wohl alles nichts, sie musste ihn suchen gehen. Sie orientierte
sich an der magischen Karte und folgte dem Fuß des Berges.
"Emil, wo steckst du?"
Währenddessen wanderte Emil recht planlos durch die schneeweiße Gegend. Er drehte seine Karte und versuchte irgendwelche Anhaltspunkte zu finden. Die Sonne stand bereits als orangene Scheibe am Himmel - sie würde wohl bald untergehen. Dort wo die Sonne unterging - war Westen, oder? Das würde bedeuten - er drehte die Karte erneut - das rechts davon Norden ist. Wobei… gab es auf diesem Eisplaneten überhaupt Norden? Hier sah es doch überall wie am Nordpol aus. Aber auf der Karte war eindeutig ein Pfeil mit einem N abgebildet. Also… musste dort Norden sein. Aber wo war er?
"~il." Er blieb plötzlich stehen. War das etwas?
"Wo steckst du Emil?" Kein Zweifel da rief eine Stimme nach ihm.
War es Einbildung oder war es…?
Er drehte sich in die Richtung aus der die Stimme klang und rief: "Feli??"
Nach einer kurzen Pause kam es: "Emil, bist du das?"
Kein Zweifel, sie war es. "Ich bin hier drüben.", rief er und ging der Stimme entgegen.
Dann sah er sie auch schon. Feli kam durch den Schnell entlang gerannt.
Als sie bei ihm war sagte er: "Hast du dich etwa verlaufen?"
"So ein Blödsinn.", sagte sie. "Meine Karte zeigt mir genau an wo ich bin, siehst du?" Sie zeigte ihm die Karte und fügte leise hinzu: "Ich habe nur keine Ahnung wo ich hingehen muss."
Emil lachte und antwortete: "Das ist kein Problem. Auf meiner Karte steht genau wo ich hin muss."
"So? Und in welche Richtung müssen wir?"
"Äh ich war gerade dabei das herauszufinden. Dort drüben ist Norden.", er zeigte in eine Himmelsrichtung. "…das heißt dort ist der See und", er zeigte in weitere Himmelsrichtungen. "…dort ist der Wald durch den wir müssen."
"Wald?", sagte Feli erstaunt. "Aber der ist dort hinten. Ich war eben dort."
Beide schwiegen eine Weile. Dann brach Emil das Schweigen: "Ich denke es ist besser wenn wir uns diesmal zusammentun."
Feli sagte: "Ja ist wohl besser so."
Wieder schwiegen beide. Dann sprang Emil auf und sagte: "Also du sagst du kennst den Weg zum Wald?"
Feli lächelte und nickte: "Ja, gleich dort drüben."
Sie ging voraus und Emil folgte ihr.
Anm: Ab hier beginnt das neu (auf dem Computer XD) geschriebene. Also keine überarbeitete Version mehr. Vielleicht ein bisschen mehr Fehler - hoffe aber natürlich nicht. =)
ANG05 - DER SCHNELLERE ERFRIERT
Schon bald saßen die beiden bei einem knisternden Lagerfeuer zwischen den Bäumen. Emil hatte Holz gesammelt und Feli hatte es mit ihrer Axt zerfällt. Sie hatten genug Brennholz um über die Nacht zu kommen. Emil und Feli hatten ihre Verpflegung ausgepackt und begannen zu essen.
"Sag mal was isst du da eigentlich genau? Und warum hältst du es vorher über das Feuer?", sagte Emil.
"Was wohl. Das sind Barbecuespieße." - "Barbecuespieße? Was ist da drauf?" - "Verschiedene Fleischsorten. Keine Ahnung." - "Fleisch? Etwa von Tieren?" - "Nein von Engeln. Wir verwenden nur das zarteste Fleisch und entfernen vorher die Flügel."
Emil schaute sie leicht geschockt an.
"Natürlich von Tieren. Was dachtest du denn?", sagte Feli nun leicht verwundert über Emils Reaktion.
"Oh verstehe…"
Emil aß weiter.
"Und du? Was isst du da überhaupt?", fragte Feli.
"Nur ganz normales Brot mit Salat und Gurken.", antwortete Emil und zeigte es her.
"Gurken und was? Sieht ja langweilig aus. Probier mal.", sie hielt ihm einen Spieß hin.
"Das? Ich weiß nicht. Lieber nicht." Emil wich etwas vor ihr zurück.
"Iss oder ich habe automatisch gewonnen." - "Was gewonnen?"
"Jetzt iss schon!"
Etwas zögernd nahm Emil den Spieß in die Hand und roch daran. Er biss ab und begann zu kauen.
"Mmh. Das schmeckt gut.", sagte er und aß noch mehr.
"Sag ich doch. Ihr müsst ja komisches zeug essen bei euch…"
Nach dem essen richteten sie sich ein Lager zum schlafen ein. Ein paar Tannenbauzweige mussten als Unterlage herhalten. Emil nahm sich vor sich in Zukunft besser vorzubereiten. Er legte sich auf die Zweige um zu sehen ob es akzeptabel war. Es war nicht sonderlich weich aber für die Nacht würde es reichen. Und wenn sie nahe beim Feuer liegen würden wäre es sogar gar nicht so kalt.
Feli legt noch ein paar Holzstücke in das Feuer und legte sich dann ebenfalls auf den Zweige.
"Naja nicht perfekt aber besser als nichts.", war ihr Kommentar. "Und jetzt gib die Decke her."
"Waas? Nein das ist meine." - "Die ist groß genug. Außerdem ist das hier MEIN Feuer."
Wiederwillig teilte er sich die Decke mit ihr und drehte sich zur Seite.
"Schon viel besser.", sagte Feli. "Gute Nacht, Emil."
"Gute Nacht.", murmelte er und versuchte zu schlafen.
Irgendwie konnte Emil es nicht ganz glauben. Er lag hier mitten auf einem Schneeplaneten neben einem Feuer welches ein Dämon entzündet hatte (ein Höllenfeuer?). Dieser Dämon - Feli - lag auch noch neben ihm. Eigentlich gehörte sie zu den größten Feinden seines Volkes. Sein Bruder hätte sie vermutlich längst erstochen oder so. Und jeder andere P-Klasse Engel vermutlich auch. Und danach ihre magische Karte mitgenommen. Oder sie einfach irgendwo im Schneesturm zurückgelassen…
Doch er war klein P-Klasse-Engel, hm… Wobei was sagte P-Klasse denn schon aus? Er war einfach… er war ein schlechter Engel - aber das war ja nichts neues. Doch ein Dämon?
Emil konnte Feli neben sich Atmen hören. Schlief sie? Nun jedenfalls ohne sie wäre er vermutlich noch immer irgendwo in den Bergen wo es kalt war. Was war sie nun? Ein Feind oder eine Freundin?
Nun mal sehen wie es morgen aussah. Er hatte immerhin eine Mission zu erfüllen. Und wenn Feli ihn daran hindern würde dann würde er eben kämpfen.
Hoffentlich würde es nicht so weit kommen.
»Schlaf gut.«, dachte er.
Kalt… Emil wickelte sich weiter in seine Decke ein. "Mm", machte Feli im Schlaf und rollte sich zur Seite um wieder unter die Decke zu kommen. Dabei stieß sie mit Emils Kopf zusammen.
"Au.", schrie Emil und rieb sich den Kopf. Er öffnete die Augen und setzte sich auf.
"Schrei doch nicht so rum.", sagte Feli und sah ihn an.
"Deine Hörner tun ganz schön weh.", erwiderte Emil und rieb sich seinen Kopf.
"Oh tut mir leide.", sagte Feli und musste kichern.
Emil stand auf und begutachtete die Umgebung. Das Feuer war erloschen und die Sonne war bereits aufgegangen. Er warf schnell einen Blick auf die Karten und flog dann nach oben um sich umzusehen.
"Und? Wo müssen wir hin?", rief Feli von unten nachdem sie auch aufgestanden war.
Emil flog wieder hinab und sagte: "Dort drüben erst mal raus aus dem Wald. Dann um den Berg herum und bis zum See nach oben gehen."
"Wenigstens sieht das Wetter gut aus.", meinte Feli.
Und das war gut so. Emil packte seine Decke ein und die beiden marschierten los. Emil hatte alle beide Karten an sich genommen um leichter zu sehen wo sie sich gerade befanden. Sie durchquerten den Wald und stapften durch das weiße Schneemeer dahinter. Sie kamen relativ schnell voran und da sie diesmal nicht um die Wette rannten hatten sie auch noch genug Energie übrig.
Sie erreichten schon bald den Berg und begannen hinauf zu steigen. Emil hatte sich überlegt stattdessen nach oben zu fliegen, hatte sich aber dann doch dazu entschieden es bleiben zu lassen. So steil ging es nicht hinauf und das fliegen würde nur unnötig Energie verbrauchen und vermutlich ziemlich kalt werden.
Als sie nach ein paar Stunden Weg endlich eine Ebene erreichten machten sie eine kurze Pause. Vor ihnen erstreckte sich ein riesiges Plateau mit…
"Ich kann den See sehen. Den gefrorenen See.", Feli schien plötzlich ganz begeistert.
"Hm, wo?", antwortet Emil der sich in den Schnee gesetzt hatte.
"Dort vorne. Gleich dort." Sie war nicht mehr zu bremsen und rannte los.
"Hey warte!", rief Emil und beeilte sich ihr zu folgen.
Der Eissee war riesig. Er hatte locker den Durchmesser ein paar hundert Meter.
"Das macht irre Spaß." Feli rutschte auf dem See herum.
"Man kann sogar… Aah." Ganz plötzlich gab das Eis zu Felis Füßen nach.
"Feli?", rief Emil doch er sah nur mehr wie sie sich nicht mehr halten konnte und in dem Eiswasser versank.
Anscheinend war das Eis an dieser Stelle nicht so dick gewesen und sie war völlig unerwartet eingebrochen. Emil überlegte fieberhaft was er tun sollte. Eines wusste er: Im Eiswasser versinken bei diesen Temperaturen und zwischen sich und der Oberfläche einige Zentimeter Eisschicht - das bedeutet den Tod.
KAPITEL-ENDE
Erstellt
mit Microsoft Office OneNote 2007,
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